Gute Beispiele aus

UN: Kampf gegen Gewalt an Frauen soll Nachhaltigkeitsziel werden

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist sowohl Ursache als auch Folge der Geschlechterungerechtigkeit – Bild: Zofeen Ebrahim/IPS

Von George Gao



New York, 5. März 2013 (IPS) – Die Vereinten Nationen haben in den letzten Wochen öffentliche Beratungen abgehalten, um Vorschläge für ein neues Set an Zielen zu sammeln, die den 2015 ablaufenden Millenniumsentwicklungszielen (MDGs) folgen sollen. Frauenaktivistinnen sind der Meinung, dass der Prävention und Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt eine höhere Priorität eingeräumt werden muss.

In Kopenhagen hatten sich vom 18. bis 19. Februar mehr als 1.200 Menschen eingefunden, um an den Debatten zum Thema Ungleichheit der Geschlechter teilzunehmen. Gewalt gegen Frauen und Mädchen war dort ein viel diskutiertes Thema. Darüber hinaus gingen 175 Papiere ein, die in einen Bericht mit dem Titel ‚Ungleichheiten angehen‘ zusammengefasst wurden.

Die Konsultationen fanden im Vorfeld der 57. Sitzung der UN-Kommission über die Lage der Frau (CSW57) statt, die noch bis zum 15. März in New York tagen wird. Diesjähriger Themenschwerpunkt ist ebenfalls die Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Experten zufolge machen sieben von zehn Frauen im Verlauf ihres Lebens Bekanntschaft mit Gewalt.

Für Lakshmi Puri von der UN-Frauenorganisation wurde der Aspekt Gewalt gegen Frauen im Zusammenhang mit den MDGs weitgehend außer Acht gelassen. „Die Gewalt gegen Frauen zu beenden, muss deshalb bei den Post-2015-Zielen prioritär behandelt werden“, meinte sie.

Gewaltfördernde Situationen latent vorhanden


Kate McInturff vom ‚Canadian Centre for Policy Alternatives‘ berichtete im Rahmen einer Podiumsdiskussion von sexuellen Avancen, denen kanadische Schulmädchen in Kanada ausgesetzt seien. „Wir alle kennen die transformative Kraft von Mädchenbildung“, sagte sie. Doch gerade Bildung sei für Mädchen in vielen Fällen mit Hindernissen verbunden.

Geschlechtsspezifische Gewalt ist vor allem in Konflikt- und Post-Konflikt-Situationen verbreitet, wie Dean Peacock, Mitbegründer und Exekutivdirektor ‚Sonke Gender Justice Network‘, erläuterte. Er führt diesen Umstand darauf zurück, dass Männer in Krisen unter großem Druck stünden, während die Rechtssysteme versagten. „Es gibt einen Mix von Faktoren, die geschlechtsbedingte Gewalt fördern: Straffreiheit, die Unfähigkeit von Staat und Zivilgesellschaft, der Gewalt vorzubeugen, die Anwendung sexueller Gewalt als männliches Mittel der Demütigung und Machtdemonstration“, so Peacock, dessen Organisation sich für Gewaltlosigkeit von Männern gegenüber Frauen einsetzt.

Peacock gehört zudem dem Netzwerk männlicher Berater an, das eigens dazu geschaffen wurde, um UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in Sachen Gewaltprävention zu beraten. Nach Ansicht von Peacock sind nationale Strategien entscheidend, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen. „In Südafrika ist die Ansicht unter Männern verbreitet, das ihre Männlichkeit bedroht ist, wenn sich Frauen entfalten. Regierungen müssen dringend nationale Kampagnen starten, um Männern die positiven Auswirkungen vor Augen zu führen, die sich aus Frauenrechten entwickeln“, betonte er.

Nach Ansicht von Savitri Bisnath von der Rutgers-Universität im US-Bundesstaat New Jersey trägt auch das Fehlen eines Abkommens, dass den Waffenhandel verbietet, zu einer zunehmenden Militarisierung friedlicher Gesellschaften bei. „Innerfamiliäre Gewalt wird besonders dann gefährlich, wenn es Waffen im Haus gibt, mit denen Frauen bedroht, verletzt und getötet werden können.“

 

 

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