Gute Beispiele aus

Uganda: Frauenbank unterstützt Bäuerinnen

Dorothy Kabajungu, 50, begann ein Holzgeschäft mit einem Mikrokredit der Frauenbank. Foto: Wambi Michael, IPS

Von Wambi Michael

Wakiso, Uganda, 23. April 2012 (IPS) – Den meisten Uganderinnen, die ein eigenes Geschäft aufziehen wollen, ist der Zugang zu Gründungskrediten versperrt. Ihnen fehlt es an Sicherheiten, oder aber sie können die hohen Zinsen nicht aufbringen, die ihnen kommerzielle Banken abverlangen. Betroffene wussten sich jedoch selbst zu helfen und haben eigene Finanzorganisationen geschaffen, die ihnen bei der Gründung von Kleinbetrieben helfen.

In Wakiso, einem Ort etwa 20 Kilometer von der ugandischen Hauptstadt Kampala entfernt, befindet sich die Genossenschaftsbank ‚African Women Food Farmer Initiative‘. Sie ist eines von sechs Geldinstituten unter weiblicher Führung. Auch die sechs Vorstandsmitglieder sind Frauen. Bei der Einrichtung, die Fördergelder der internationalen Organisation ‚Hunger Project‘ erhält, haben sich bereits 1.600 Sparerinnen und Darlehensnehmerinnen registriert.

„Das ist eine einzigartige Initiative: eine Bank von Frauen für Frauen, die vor allem Bäuerinnen unterstützt“, sagt die Bankmanagerin Rose Nanyonga. „Wir ermutigen Frauen dazu, gegen Hunger und Armut zu kämpfen, indem sie sparen und kleine Kredite aufnehmen.“ Wie Nanyonga erklärt, sind die Genossenschaftsmitglieder Aktieninhaberinnen und somit Eigentümerinnen der Bank, die sich am Ende des Jahres auch über Dividenden freuen dürfen.

Geeignetes Saatgut und Handwerkszeug ebenfalls im Angebot

Die Bank beschränkt sich nicht allein darauf, ihren Kundinnen Zugang zu Krediten zu geben. Sie verkauft ihnen zudem alles, was sie für ihre Arbeit in der Landwirtschaft benötigen wie Saatgut, Düngemittel, Werkzeuge, Leuchtmittel und sogar Solarpanelen. „Angesichts der Energiekrise im Land gibt es einen regelrechten Ansturm auf Solarzellen“, berichtet Joel Komakec vom Hunger Project.

Wie Daisy Owomugasho erläutert, die Leiterin des Uganda-Büros der Hilfsorganisation, können auch Männer bei der Bank Geld aufnehmen. Alle Dorfbewohnende würden geschult, die Darlehen effizient einzusetzen, um einen Weg aus der Armut zu finden. „Frauen können nur dann eine wichtige Rolle spielen, wenn sie selbst für die Kredite zuständig sind“, meint sie. „Sie werden in Buchführung und in die Verwaltung von Banken in ländlichen Gebieten eingewiesen.“ Dass die sechs Banken Gewinne abwerfen, führt Owomugasho in erster Linie darauf zurück, dass sich die Frauen als Eigentümerinnen für die Banken verantwortlich fühlen.

In Kikandwa, einen Dorf 14 Kilometer von Wakiso entfernt, steht ein blauer Kiosk. Dort können die Menschen vor Ort ihre Bankgeschäfte abwickeln. Verantwortlich ist Aisha Nansuna, die die täglichen Ein- und Auszahlungen verwaltet.

Seit es ihren Stand gibt, sparen die Frauen vor Ort viel mehr als früher. „Sie kommen, um noch so kleine Beträge einzuzahlen“, berichtet Nansuna, die sich selbst mit Hilfe eines Darlehens eine gut sortierte Apotheke gleich hinter dem Kiosk aufgebaut hat. „Ich habe sehr von der Bank profitiert“, berichtet sie. „Angefangen habe ich mit einer Geflügelzucht. Später nahm ich einen Kredit von 1.500 US-Dollar für die Apotheke auf.“ Ihre Kinder gehen mittlerweile auf die Universität.

Zinsen geringer als anderswo

Dorothy Kabajungu, die ebenfalls einen Kredit erhalten hat, lobt die Bank für die vergleichsweise geringen Zinsen. „Wir zahlen 20 Prozent und müssen das Geld innerhalb von zehn Monaten zurückzahlen. Die kommerziellen Banken nehmen 30 Prozent.“

Kabajungu investierte ihr erstes Darlehen in Höhe von 125 Dollar in eine Geflügelzucht. Nach der Rückzahlung wurde ihr dann ein Kredit in Höhe von 500 Dollar gewährt. Den Betrag nutzte sie dafür, um sich mit dem Verkauf von Brennholz selbständig zu machen. „Kohle ist teuer und die Nachfrage nach Brennholz groß“, sagt sie. Sie habe durch die Bank gelernt auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen zu überleben.

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