Gute Beispiele aus

Klimafonds: Mehr Geld für Frauen

Frauen im Sudan müssen mühsam Wasser herbeischleppen. Foto: UN Photos, Olivier Chassot

Von Kristin Palitza

Kapstadt, 27. Juni (IPS). Tagung der Climate Investment Funds (CIF) in Südafrikas Hauptstadt: Auf dem „Partnership Forum“ stand eine frauenfreundlichere Klimafinanzierung auf dem Programm. Bereits heute werden in den Entwicklungsländern Millionen US-Dollar für Klimaprojekte aufgebracht. Doch obwohl Frauen die Hauptleidtragenden der Erderwärmung sind, bleiben die finanziellen Mittel für sie meist unerreichbar.

Bislang stellte der CIF 6,5 Milliarden US-Dollar 45 Entwicklungsländern zur Verfügung, mehr als ein Drittel des Betrags ging an 15 afrikanische Staaten. Die Weltbank hatte den CIF 2008 in Zusammenarbeit mit regionalen Entwicklungsbanken ins Leben gerufenen, um arme Länder im Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. Der Löwenanteil aber – über 70 Prozent – wurde in Hightech- und Transportprojekte investiert – klassische Männerdomänen. Lediglich 30 Prozent der Mittel flossen in die Finanzierung kleiner Initiativen, die dem ländlichen Raum und somit auch den Frauen zugute kommen.

„Auf internationaler Ebene ist zwar viel über die Klimafinanzierung zum Wohl der lokalen Gemeinschaften und Frauen zu hören, doch umgesetzt wird herzlich wenig“, erlärt Ange Bukasa von Chezange Connect, einer Organisation zur Förderung von Investitionen in der Demokratischen Republik Kongo.

Experten des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) warnten auf dem Treffen in Kapstadt, dass der CIF das existierende geschlechtsspezifische Ungleichgewicht noch weiter verstärken könnten. Frauen müsse bei der Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen an die Erderwärmung ein stärkeres Mitspracherecht eingeräumt werden.

Doch Mitsprache von Frauen in Klimafragen ist derzeit eher die Ausnahme als die Regel. „Die Verbindung zwischen großen regionalen Institutionen, die die Fonds verwalten, und den Menschen an der Basis, die die Gelder benötigen, fehlt“, urteilt Ange Bukasa, die in Katanga im Süden der Demokratischen Republik Kongo mit Bauern zusammenarbeitet. Frauen sind aus der kleinbäuerlichen Landwirtschaft Afrikas nicht wegzudenken. Dennoch werden sie in Klimafragen nicht berücksichtigt.

Zusagen für frauenfreundliche Projekte

Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Menschen in den ländlichen Gebieten des schwarzen Kontinents überhaupt nicht wissen, was der Klimawandel ist und was er speziell für sie bedeutet – geschweige denn was sie tun müssen, um ihn aufzuhalten oder abzumildern. „Den Menschen mag das Wort ‚Klimawandel‘ bekannt vorkommen, doch haben sie keinen blassen Schimmer, wie sie sich schützen oder sich überdas Thema informieren können“, erläutert Bukasa. Somit sind sie nicht in der Lage, die Probleme zu analysieren, Lösungsansätze zu finden und für diese dann Gelder beim CIF zu beantragen. Bukasa: „Ihnen bleibt also nichts anderes übrig, als weiterzumachen wie bisher.“

Doch offenbar ist die Kritik an der Männerlastigkeit des Finanzierung durch den CIF bei den richtigen Stellen angekommen. So kündigten jene internationalen Kreditinstitutionen an, welche den Fonds verwalten, dass sie bei der Bewilligung von Geldern künftig die Interessen von Frauen stärker berücksichtigen wollen.

„Wir sind entschlossen, Frauenfragen bei der Klimafinanzierung einen höheren Stellenwert einzuräumen“, erklärte auf der Tagung Mafalda Duarte, Klimafinanzierungsexpertin bei der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), eine jener regionalen Institutionen, die den CIF verwalten. Man werde einen besonderen Fokus auf die Finanzierung von Energieprojekten legen, die das Leben von Frauen und Mädchen nachhaltig verbessern können. Schließlich seien sie es, die in den ländlichen Gebieten für die Wasser- und Holzbeschaffung zuständig sind.

Finanziert werden sollen beispielsweise Solarenergieprojekte, verbesserte Kochöfen, nachhaltige Waldprojekte, Wasserspeicher- und Heizsysteme. „Wir werden sicherstellen, dass Frauen Zugang zu den von uns finanzierten Technologien erhalten“, betonte Duarte. Allerdings sieht der CIF für Kleinprojekte nur Mittel in einem bescheidenen Umfang vor. Mafalda Duarte forderte deshalb, die Fondsmittel für kleinere Projekte aufzustocken.

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