Visionen

Um Frieden aufzubauen, muss man den Krieg mit all seinen Gesichtern bekämpfen: Armut, Vorurteile, Ausschluss, Erwerbslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, HIV/AIDS.
Maria Ines Gomes Rodrigues Fontinha
One of 1000 Peacewomen, Portugal

„Wenn Sie Visionen haben, gehen Sie zum Arzt“, pflegte der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt zu sagen. Wer Visionen entwickelt, macht sich angreifbar. Es ist leicht, Visionen in Grund und Boden zu kritisieren und ihre Verfasser_innen als „naiv“ zu verdammen. Denn sie gehen davon aus, dass sich das Gute durchsetzt – was bekanntlich selten der Fall ist.

Wir sind dennoch der Überzeugung, dass Visionen bitter nötig sind. Sie sind eine Art Medizin, die der Fantasie und dem freien Denken wieder Flügel verleihen können. Nach gängigem Verständnis sind sie zwar unrealistisch und nur sehr schwer zu erreichen, aber sie bilden so etwas wie einen moralischen Horizont, an dem wir unser Engagement und unsere Ziele ausrichten können.

Diesen Horizont bietet die reine „Realpolitik“ nämlich nicht. Realpolitiker_innen sind vor allem auf Machtabsicherung aus. Für schreiende Ungerechtigkeiten wie die weltweite Gewalt und Überrüstung, die Klimakatastrophe und die globale Hungerkrise interessieren sie sich herzlich wenig bis überhaupt nicht. Die Lösung der drängendsten Menschheitsprobleme wird damit weiterhin aufgeschoben, bis diese irgendwann unlösbar geworden sind.

Hier finden Sie deshalb eine Sammlung einiger visionärer Texte, die wir auf Dauer hoffentlich aufstocken können.